Auf den Ruinen eines gescheiterten Abenteuers II

Gestern haben wir unsere AD&D 2nd Ed Kampagne fortgesetzt und die Entscheidung, auf den Ruinen der ersten Kampagne aufzusetzen, war meines Erachtens eine wirklich gute. Entscheidend dabei war ein eingebauter Zeitsprung - also anstatt wenige Tage nach dem gescheiterten Abenteuer zu beginnen, ließ ich ein halbes Jahr verstreichen und das Dorf Restenford hat sich entsprechend verändert.
 
Die Ereignisse um die erste Heldengruppe ist den Bewohnern nun als "Blutnacht" in Erinnerung und das Versagen der Spieler wurde den ortsansässigen Tymora Priestern angelastet. Das gespannte Verhältnis zwischen Dörflern und den Bewohnern der Abtei verwandelte sich unter den Angriffen der frei gelassenen Grutschrecken und Ghule zu einem gewalttätigen Konflikt. Unter hohen Verlusten konnten die Restenforder die Untoten in die Abtei treiben und stießen die meisten Priester gleich hinterher, bevor sie die Mauern den Flammen übergaben. Der Abt und der unglückliche Mönch, dessen Hinabsteigen in die Katakomben das Unglück auslöste, wurden auf dem Hof der Burg gekreuzigt und einem quälendem Tod überlassen.
Nach den Ereignissen, die zum Tod ihres Vaters führten, war dieses erneute Unglück der letzte notwendige Schlag, um die junge Baronin in tiefe Verzweiflung zu stürzen. Während ihr Dorf und die umgebenden Ländereien verkamen, die wenigen verbliebenen Gardisten Opfer von Überfällen oder einfach vertrieben wurden, zog sie sich in ihren Hass auf Tymore und die Welt zurück. Die Restenforder wurden unterdessen noch misstrauischer gegenüber Fremden und förderten so den eigenen Niedergang.
Hier nun treten die Helden erstmalig auf, die Überreste eines toten Jägers durch das Palisadentor tragend. Wie sie kurze Zeit später heraus finden, nur ein weiteres Opfer des verwilderten Landstrichs und dem Dorf fehlt Wille und Möglichkeit, diesem Umstand Herr zu werden. Anders als bei neuen Kampagnen schienen die Spieler hier nun gleich eine gewisse Verantwortung zu spüren - schließlich waren ihre ehemaligen Helden ja nicht unschuldig an der misslichen Situation. Hinzu kam ein Ort, den sie wohl kannten, sich aber in einigen Belangen stark geändert hatte. Selbst in der einst urigen Taverne stieß ihnen Ablehnung, dem zur Gruppe gehörendem Tymora Kleriker sogar regelrechter Hass entgegen. Doch trotz der Haltung der Menschen suchen sie eine Lösung für das Problem des Dorfes und zeigten dabei eine wirklich gute rollenspielerische Leistung.
 
Das Aufbauen auf einer gescheiterten Kampagne hat sich zumindest in der ersten Sitzung als außerordentlich erfolgreich bewehrt. Natürlich ist dies kein Ansatz, den man jedesmal nutzen kann. Zu schnell würde sich eine Abnutzung einstellen. Aber ich hege ja auch die Hoffnung, dass die Heldengruppe sich durch dieses und weitere Abenteuer siegreich hindurch spielt...