D&D 3, 3.5 und 4 - Was mir daran stinkt
cyric — 14. Januar 2010 - 5:47
Es ist nicht immer einfach, in wenigen Worten auszudrücken, was einem an einen Spiel gefällt - oder eben nicht. D&D 3rd und 3.5 habe ich jahrelang gesammelt, gelesen, gelernt und gespielt, aber richtig warm geworden bin ich damit nie. Und da ich es zur Zeit als Spieler durchlebe, beginne ich endlich zu greifen, was mir all die Jahre Magenschmerzen verursacht hat.
Die 4th Ed. ist bei mir schon beim ersten Lesen durchgefallen, aber einmal abgesehen vom Gefühl "es ist wie WOW in Papierform", ist mir auch kein all zu intelligentes Statement hierzu eingefallen. Nun habe ich im Blog von einige Passagen gefunden, die genau ausdrücken, was ich meine.
Die erste:
Rather than a role in society, you had classes defined by role in a group, as if a dungeon group was the defining factor of roles in society. The rules were so restrictive that imagination was stifled
Früher waren es Kämpfer, Schurken oder Zauberkundige - völlig unterschiedliche Arten des Spiels, im Kampf wie ausserhalb. Und sie wurden durch ihre Klasse definiert: der Kämpfer z. B. war der Experte für Nahkampf und wurde im Verlauf seiner Karriere zum natürlichen Heerführer. Im modernen D&D wird der Kämpfer nun zum "Tank" und seine Rolle defniert sich über seinen Nutzen in der Gruppe - nicht mehr über seine Stellung in der Welt.
Das zweite:
What I do have a problem with are abilities that a normal guy wouldn't have, which are essentially game mechanic based combat tricks, not based in reality. If I, Joethelawyer, picked up a sword and was trained in the ancient art of swordfighting by a master for 20 years, there is no way I would be able to do some of the things a fighter in 4e could do. I do like my games to be simulation-based.
Das ist mein Problem mit einigen Spezialangriffen, aber auch mir Healing Surges und ähnlichen Dingen. Unerklärliches soll (wenn schon) durch Magie herbeigeführt sein - nicht durch Charaktertalente, die eher Superheldenkräften ähneln.
Das dritte Statement:
Also, as to spells, much of the creative use of spells has been nerfed over the years, with the very detailed spell descriptions we see in later edition books. They specifically describe what you can or can't do with a spell. That is fine for consistent tournament adjudication, but takes a hell of a lot from the game of imagination and the creativity of the players. Rather than imagining what they could do, they have to see what the rules will let them do.
Da ich zur Zeit selbst einen Priester in einer 3.5 Kampagne spiele und wir auch noch einen Magier und einen Druiden innerhalb unserer Gruppe haben, ist mir dieser Punkt in letzter Zeit deutlichst aufgefallen. Der Bruch passiert zwischen 2nd und 3rd Edition und war wohl eine Konsequenz aus all den Regelfragen im Sage Advice des Dragon Magazines. Allein ein Zauber wie "Magie bannen" benötigt gut 2/3 einer Seite des Spielerhandbuchs und andere Zauber sind nicht viel einfacher. Je höher die Spruchstufe wird, desto mehr Text wird darauf verwendet festzulegen, wofür ein Zauber alles nicht genutzt werden kann - Spielerfantasie unerwünscht.
Das sind nur 3 Dinge, die mich an den neueren Regelwerken zu D&D stören und wegen derer ich so gerne die 2nd Edition spiele - eine Edition, die viel Kritik einstecken musste und auch heute noch von vielen old schoolern nur mit Geringschätzung betrachtet wird.
Es sind bei weitem nicht alle Kritikpunkte - die Fokussierung auf Miniaturen benötigende Kampfregeln, das viel zu einengende Prestige Klassen System von 3.0/3.5 und sogar die grafische Gestaltung stösst mich heutigen Tages ab. Aber diese 3 Statements sind einfach Dinge, die sich schwerer in Worte fassen liessen und durch die Spielleiterbrille auch nicht immer leicht begreifbar waren. Dank an Joe the Lawyer!
Genau aus den Gründen hatten
adrian0815 (nicht überprüft) — 27. Januar 2010 - 11:09Genau aus den Gründen hatten wir Jahrelang den Umstieg von AD&D 2ed auf 3 vermieden. Nach gut 1 1/2 jahren spielen komm ich zwar einigermaßen mit dem System klar - aber ich liebäugel immer mit den Umstieg zurück ...
2nd
cyric — 27. Januar 2010 - 19:45Ich hab die Rückkehr zur 2nd Ed. keine Sekunde bereut. Und dank eBay habe ich sogar einige schöne Stücke zurückersteigern können - bei weitem nicht, was ich einst besaß, aber die wichtigsten Regelwerke und Boxen sind schon mal beisammen.