Einsamer Wolf - Ein Tripp in die Jugend

Kurz, nachdem ich in den 80er Jahren die rote D&D Box entdeckte, wurde ich auch ein großer Freund der D&D Endless Quest Reihe und den Spielebüchern von Steve Jackson, namentlich dem ersten Teil Der Hexenmeister vom flammenden Berg und den Folgeromanen. Das später erschienene Brettspiel zum Hexenmeister ebnete mir den Weg zu weiteren Strategiespielen wie The Dark Tower (unerreicht) und Panzerschlacht. Quasi von meinem Bruder erbte ich die Reihe Der Einsame Wolf, damals noch in Taschenbuchformat und eng bderuckten Seiten. Im Vergleich zur Endless Quest Reihe, aber auch zu jener von Steve Jackson, Spielebücher für Erwachsene. Und aus irgendeinem Grund staubten sie ein, ohne jemals gespielt / gelesen zu werden.

25 Jahre später halte ich den Einsamen Wolf IV - Die Schlucht des Schickals in meinen Händen.

Das Positive: Die Qualität des Buches ist großartig. Die Zeichnungen sind stimmungsvoll, passen zu den beschriebenen Abschnitten und beeindrucken durch einen harten, aber nie übertrieben blutigen schwarz-weiß Stil. Der eigentliche Text muss sich dahinter kaum verstecken - der Sprung von Absatz zu Absatz geschieht fast immer ohne merkbare Aussetzer und liesst sich, abgesehen vom Suchen der nächsten Stelle, wirklich flüssig. Auch die Story ist qualitativ in keinster Weise mit den aus meiner Jugend bekannten vergleichbar - sie zieht sich über die vorherigen Teile der Serie bis zum aktuellen 4. Band und statt allein, beginnt man das Abenteuer mit einem ganzen Trupp an Reitern an seiner Seite. 15 Seiten Regelwerk lesen sich angenehm um einfach verständlich, die Zufallstabelle als Würfelersatz funktioniert wunderbar und die Charakterbögen sind optisch genau so gut gelungen, wie die Darstellung der unterschiedlichen Waffen und Erklärungen der besonderen Charakterfertigkeiten.

Das Negative: Auch 20 Jahre später hasse ich Charaktertode, die ohne Ausweg sind. Das Öffnen einer Tür (mehr möchte ich aus Spoilergründen nicht beschreiben) führt zwangsweise zum Abeleben des Einsamen Wolfs, obwohl kein einziger Hinweis in den Texten zuvor darauf hindeuten liess. Beginnt man die Reihe mit diesem Band, fehlen einem scheinbar nützliche Gegenstände - so das man nicht wirklich weiss, ob man an einer vorherigen Stelle vielleicht doch hätte anders agieren sollen, um ein bestimmtes Medaillon oder eine Phiole Weihwasser zu erhalten, oder ob es das nicht schon in Band 1-3 zu ergattern gab. Auch wird der Abschluss von (sehr kleinen) Nebenquests nicht all zu oft belohnt - sie fliessen zwar in den Text ein, aber der Held gewinnt dadurch nicht wirklich einen Vorteil fürs weitere Abenteuer.

Abschließend hinterlässt das Buch 2 ganz klare Eindrücke für mich. Zum einen: Joe Dever ist ein wahrer Künstler, was Fantasy-Spiele Bücher angeht. Ich kann den inhaltlichen Unterschied zur ursprünglichen Auflage nicht  bewerten, aber allein optisch hat sich unglaublich viel positives getan. Der Text liest sich weit mehr wie eine gute Fantasygeschichte, als dies bei Endless Quest oder Steve Jackson Büchern der Fall war. Und das genutzte Regelwerk ist elegant und intuitiv genug, um binnen Sekunden verstanden zu werden. Zum anderen muss ich aber auch feststellen, dass für mich kein Sprung in der Zeit zurück möglich ist - mich fesseln Fantasy-Spiele Bücher nicht mehr. Lieber folge ich vom Autor festgelegten Pfaden, als dem Protagonisten bei seinen Abenteuer zu helfen - für diese Momente spiele ich dann Pen & Paper Rollenspiele.

Kommentare

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... mit dem Lone Wolf

... mit dem Lone Wolf Multiplayer Geme Book ist es möglich in die großartige Welt von Mangamund einzutauchen.
Für mich DAS Rollenspielprodukt 2010. Gerade auch, weil die einfach intuitiven Regeln für's RSP. benutzt weden.

Hier mal der Link zum Lone

Hier mal der Link zum Lone Wolf Multiplayer Geme Book.
Ist aber dünn für ein komplettes Rollenspiel...

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