Die LA Times hat am 10. August einen schönen Artikel zum Thema D&D, Freundschaft und Langlebigkeit unseres Hobbys heraus gebracht. Das alles unter der Überschrift: Gen Con hosts Dungeons & Dragons reunion: Call it campaign reform?
Beim Lesen hab ich an meine erste Gruppe zurück denken müssen und überlegt, was eigentlich aus den Jungs von damals geworden ist.
Mittlerweile sind gut 24 Jahre seit der ersten Runde Dungeons&Dragons vergangen. Ich weiss noch, wie die rote D&D Box im örtlichen Spielzeugladen mich dazu gebracht hat, mein ganzes Taschengeld für ein mit bis dato unbekanntes Spiel auszugeben - nur, weil ein goldener Drache auf einem Berg Münzen meine Neugier angefacht hatte. Und es ist mir unbegreiflich, wie ich meine damaligen Freunde nicht nur zu einer Runde überreden konnte, sondern wie dieses Spiel uns dann sogar über Jahre hinweg, teils mehrmals die Woche, gefesselt hat.
Jetzt, besagte 2 Jahrzehnte später, lebt von den ursprünglich 5 Spielern nur noch ich in Flensburg. Der Rest ist im norddeutschen Raum verteilt und hat - soweit mir zumindest bekannt ist - nicht mehr all zu viel mit ROllenspiel am Hut. Das Real Life hat sie eingeholt. Naja, die meisten zumindest. Der Rest ist einfach zu träge oder sieht die ganze D&D Zeit als eine eher lächerliche Kindheitsepisode. Die eine Hälfte hat in den letzten Jahren noch ab und zu gespielt, die andere würde wohl nur noch jenseits von 2 Promille einen D20 in die Hand nehmen.
Seltsam, wie unterschiedlich Rollenspiel die Menschen erfasst - und wieder los lässt. Für mich wird es immer eine Welt jenseits der Realität sein, ein kleiner Zufluchtsort, eine Rückzugsmöglichkeit. Eine Möglichkeit, meine Fantasie sämtlicher Fesseln zu entledigen. Und das, obwohl mir mein Real Life wirklich gefällt - ein toller Sohn, ein guter Job, eine liebe Freundin.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich eines Tages keine Knights of the Dinnertable, keine Dragon Magazine und keine AD&D und Hackmaster Regelbücher im Regal stehen habe. Der Blog könnte ende, aber dann würde ich die Zeit nutzen, einfach mal meine ganzen Abenteuer und Weltenideen professioneller niederzuschreiben oder noch mehr RPG Systeme zu lesen, als ohnehin schon. Meine derzeitigen Gruppen könnten auseinander fallen, aber einige der Jungs würden immer wieder mitspielen und andere zu finden, war selbst in einer Stadt wie Flensburg nie ein Problem. Nur ein Group Revival, wie die LA Times es beschreibt - dies liesse sich mit meiner ersten Gruppe nicht bewerkstelligen...
In diesem Sinne: may your dice allways roll nat 20's!
Kommentare
Ich trauere meinen ersten Gruppen nicht nach
... damals war alles nicht so ideal. Das Hobby war interessant und neu, jeder wollte cool sein, aber viele der Probleme, die ich später analysiert habe, hatte ich von Anfang an. nur wusste ich es damals nicht so genau. Es war eine Art Hassliebe mit den Rollenspielen.
Was ich aber besonders traurig fand war, dass ich zu Anfangszeiten einige Spielleiter hatte, denen es scheissegal war, wer wieviel Spaß hat. Hauptsache der GM hat Spaß - oder ein besonders dicker Freund des GM. Okay, so bößartig waren nicht viele Spielleiter. Die meisten, denen ich im Hobby begegnet bin waren einfach nicht gut genug, vor allem um eine einigermassen gerechte Spotlightverteilung zu gewährleisten. Ständig musste ich für jedes bischen Aufmerksamkeit arbeiten. Und das nervt dann doch irgendwann.
Spotlightverteilung
Das Problem kenn ich nur in einem Zusammenhang: wenn die Freundin des Spielleiters mitspielt. Da gabs bei uns einen Spezi... na holla. Und seine Freundinnen wechselten öfter...
Manchmal liegts auch an den Spielern... wer wenig sagt, erntet bei den meisten Spielleitern wenig Aufmerksamkeit. Das grade diese Spieler etwas mehr Unterstützung brauchen, fällt vielen SLs erst nach einigen Jahren des Leitens auf... manchen auch nie.
Der letzte Absatz spricht mir
Der letzte Absatz spricht mir aus der Seele.
Ein Leben ohne Pen&Paper....sowas geht? :D
Muss grausam sein... ;)
Muss grausam sein... ;)