Mietlinge oder Hireling revisited

Eine (A)D&D Kampagne ohne Mietlinge war dereinst nicht vorstellbar. Abenteurer, die ihre Fackeln selber halten? Helden, die Goldsäcke schleppen? Ritter, die mittels langem Stab Fallen suchen statt mit Schwert und Schild gewappnet den finsteren Dungeon Bewohnern gegenüber zu treten? Unmöglich!

Doch anders als (A)D&D kam DSA ohne diese Erungenschaft daher und so hat sich diese Tradition, zumindest soweit ich es in den verschiedensten Spielrunden erlebt habe, in Deutschland nie richtig durchgesetzt. Warum eigentlich? Meinen Spielern war es oftmals zu viel Arbeit, neben dem eigentlichen Charakter auch noch ein oder zwei Mietlinge verwalten zu müssen. Und so lange zu Boden geworfene Fackeln ausreichend Licht abgeben, Fallgruben nicht tödlich endeten und Kupfermünzen eh liegen gelassen wurden, so lange konnte auch kein Spieler etwas negatives daran finden, auf diese kostengünstigen Helfer zu verzichten.

Heute würde ich eine oldschool Kampagne ala Osric oder Labyrinth Lords anders angehen. Und es gibt eine Online Hilfe, die mir zuspielen würde: Meatshields! The Classic Fantasy Hireling  and Henchman Generator.

Ein sehr schönes und gleichzeitg simples Tool. Und hoffentlich ein Comeback für eine der nützlichsten Abenteurer-Hilfsmittel.


Kommentare

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Ich spiele seit einigen

Ich spiele seit einigen Jahren Savage World (auch vor der Explorer's Edition) und das System legt ja grossen wert auf Hirelings. Habe sie allerdings nur selten eingesetzt, wenn dann aber mit Erforlg. NSC erfordert einen Spielleiter eh schon viel ab, und sie authentisch rüberzubringen fällt mir in Fantasy Spielen oftmals schwer (anders als in z.b Cthulhu), da sie oftmals Klicheehaft wirken oder ganz und gar vergessen werden. In Kämpfen ist es oftmals am Ende der Runde ein "Da war ja noch was!" und wenn der Spielleiter dann über dem Spielleiterschirm fröhlich verkündet, dass Theobald die Stadtwache eine 20 gewürfelt hat, erfährt man von Seiten der Spieler eher ein schämischen Lächeln. Habe erlebt, dass wenn Spieler NSC's im Kampf einsetzen, diese weitaus ernster genommen werden und zu "echten" Mitgliedern der Gruppe avancieren. Eine gerollte 20 des Theobalds wird dann mit Jubel und Applaus verkündet.  Besonders in Situationen wo vielleicht einer der Spieler nicht kampftüchtig ist, ist es auch sehr motivierend für ihn einen Hireling zu übernehmen. Gleichzeitig gibt es dem Spieler mal die Möglichkeit aus der Rolle zu fallen, die er sonst innehällt und durch das Spielen des NSC's, dem Hireling ganz neue Eigenschaften zuzulegen - oftmal Situationen an die man sich später erinnert. Somit sind in den zwar seltenen Situationen wo die Gruppe Hirelings übernohmen haben aus NSC's Helden geboren, welches mir in der Rolle als Spielleiter selten gelingt.
Allerdings sollte man wohl diese Situationen begrenzen, damit sie auch noch etwas besonderes bleiben.

Vergessen

Ja, das mit dem "vergessen werden" ist eine Krux. Deswegen halte ich meist auch nicht viel davon, die Charaktere nicht anwesender Spieler durch die Anwesenden mitspielen zu lassen - denn da passiert sehr häufig das selbe. Bei den Spielern UND dem Spielleiter.

Ich erinner mich aber auch an Zeiten, wo das mit den Henchmen mal funktioniert hat. Wo die Spieler tatsächlich Fackelträger genutzt haben und Wächter für ihre Pferde und Packtiere anheuerten. Vielelicht muss man sich nur dran gewöhnen... vor und hinter dem Spieleiterschirm...

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