Rollenspieler - Nerds und Freaks?

Zur Zeit lese ich Fantasy Freaks and Gaming Geeks, ein wirklich erstklassiges Buch für all jene, die in den 70ern oder 80ern zum Rollenspiel gekommen sind.

Es handelt von einem ehemaligen Rollenspieler, der, wie so viele andere Gamer, nach der Highschool seine Würfel "an den Nagel gehangen hat", da Fantasy RPGs nie den Ruf hatten, sonderlich cool zu sein. Und für ihn war es die Wahl zwischen einem "richtigen Leben" mit Frauen, Bier und Sex und "slinging dice and kicking ass".

Wenn man seiner Erzählung folgt, scheint das ein häufig vorkommene Wahl (gewesen) zu sein. Erst mit Anfang 30 rutscht er wieder in sein Hobby hinein und erkennt, dass es sehr wohl Menschen gibt, die ein erwachsenes Leben führen und trotzdem Berge von 4- bis 20-seitigen Würfeln besitzen, Regale voller Rollenspielbücher und Miniaturen in ihren Hobbykellern einsortiert haben und mit Begeisterung in ihre Fantasywelten eintauchen, ohne darin komplett hineingezogen zu werden.

Ebenfalls interessant sind die Berichte über die Reaktionen seines Umfelds. Viele Ehe-/Lebenspartner scheinen ein Problem zu haben, wenn der oder die andere Rollenspiel als Hobby betreibt. Modellbau - ok. Kleingarten - ok. Sportverein - auch ok. Aber Rollenspiel? Muss das sein? Erzähls bitte nicht rum und mach es nicht hier.

Ich bin selber inzwischen 37 Jahre alt und habe Rollenspiele seit ich 13 bin nie aufgegeben. Von meinen ersten Mitspielern ist nur noch einer dabei, die anderen sind tatsächlich dem Hobby entwachsen. Aber abgesehen von mir ist auch keiner von ihnen so sehr darin aufgegangen - für sie war es immer nur eine Beschäftigung von vielen - gut für 6 Stunden Spaß, aber bitte keinen Aufwand jenseits des Spieleabends. Spielleiter sind da vermutlich aus anderem Holz geschnitzt... Meine Partnerin hats üblicherweise nicht interessiert und meine Sammlung an Rollenspielbüchern, -boxen und Zeitschriften hat zwar Verwunderung und Kopfschütteln ausgelöst, geschämt hat sich aber keine dafür (glaube ich zumindest). Meine derzeitige Freundin spielt sogar mit...

Wie siehts bei euch aus? Abneigende Reaktionen im Umfeld? Vom Lebenspartner? Das Rollensiel aufgegeben, weils zu nerdy war? Oder seit ihr dem Hobby immer verbunden geblieben und konntet sogar eure Freunde / Freundinnen dafür begeistern?

 

 

Kommentare

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Dank für eure

Dank für eure Kommentare!

Viele wollen "Rollenspiele" ja auch erst einmal falsch verstehen - wer den Begriff bei eBay eintippt, findet auch mehr Leder- und Gummiutensilien, als D&D Bücher.

Der Autor zieht aber zum Beispiel deutliche Unterschiede zwischen dem Verhalten was Partner an den Tag legen, wenn das Hobby Rollenspiel ist - oder eben ein anderes. Das geht schon eher in die Richtung Angst, dass Freunde womöglich erfahren könnten, der (zumeist) Kerl sei nicht wirklich erwachsen geworden. H0-Eisenbahn ist ok... das ist wohl ein typisches Hobby für älter werdende Männer, aber bunte Würfel, Miniaturen und Bücher über Schwertkampf und Magie? Ein NoGo für viele...

Das ist doch schon seltsam... das Männer, die sich mehr bewahren, als nach der Arbeit auf der Couch zu liegen oder den Körper zu schinden, eher Unbehagen beim anderen Geschlecht wecken...

Vorurteile..

... hallo und danke für deinen Bericht. Also erstmal klingt das Buch echt nicht schlecht und ich werde es sicherlich auch einfach mal lesen. Lasse mich gerne von vielen neuen Dingen inspirieren.
Zum Thema Rollenspiel habe ich hingegen eigentlich eine andere Meinung. Klar ist das mit den Rollenspiel eine  genauso unendliche Diskussion wie mit Counter Strike. "was du spielst counter strike? hast du einen Amoklauf geplant"... es bleibt einfach bei sinnlosen Diskussionen die voller Vorurteile geführt wird.
Auch mit den Lebenspartnern ist es so eine Sache. Das Problem bei Frauen ist die Aufmerksamkeit, die sie benötigen. Und wenn ich mit Modelleisenbahnbau genauso lange bräuchte, wie mit einem Rollenspiel, würde meine Frau sicher auch alle Eisenbahnen verfluchen. Der Punkt ist nicht der, dass so viele Rollenspiele spiele, sondern eher Wie sie es tun. Total abwesend, auf sich fixiert, und stundenlang. Genau DA sehe ich den Punkt.
 
Das Rollenspieler Nerds oder Freaks sind kann sicher sein. Aber auch Simulationsspieler sind freaks, sportspieler, rennspieler und so weiter.
 
So und nun geh ich mir das Buch bestellen :-P

Hi,   ein sehr schöner

Hi,
 
ein sehr schöner Eintrag.
 
Ich spiele mitlerweile seit 7 Jahren Pen & Paper Rollenspiele und habe nie mit dem Gedanken des aufhörens gespielt und bin mir sicher das ich diesem Hobby auch treu bleiben werden.
 
Ich habe noch 2 andere Hobbys und bin damit dann auch völlig ausgefüllt.
Ich erzähle nicht jedem das ich Rollenspiele spiele. Meine besten Freunde und meine Rollenspieler Freunde wissen davon.
Den anderen sage ich nur das ich viel lese und mich mit Freunden treffe.
 
Frauen erfahren bei mir auch erst relativ spät von dem Hobby. Den Rollenspiele wie wir sie betreiben haben immernoch einen sehr schlechten ruf.
Einige Frauen haben nachgefragt und interesse gezeigt, manche haben sogar mal zugeschaut, fanden es aber langweilig...naja und manche können damit garnichts anfangen und wollen diese Information von mir möglichst schnell vergessen.
 
Ich selbst habe auch einige Freunde die es Wissen, aber immer wieder die Augen wenn dieses Thema angeschnitten wird. Wenn sie am Wochenende mit mir feiern wollen und ich sage "Geht nicht, ich spiel da D&D." dann kommen auch gerne mal Sachen wie Freak, Nerd oder "Spielt ihr wieder Ritter?".
 
Also im großen und ganzen hat sich die Sichtweise der Außenwelt nicht wirklich gebessert.

Probleme...

... hatte ich noch nie wegen meiner Begeisterung an Rollenspielen. Ich bin aber auch kein "typischer Irgendwas". Ich höre immer wieder,dass ich kein "typischer Lehrer" sei, kein "typischer Rollenspieler", kein "typischer Rennrad-Fahrer"...
 
Meine Frau hat sich irgendwie damit abgefunde, dass ein ordentlicher Teil meiner Freizeit in das Hobby fließt, interessiert sichselber aber nicht im Geringsten dafür. Meine Verwandten wie Onkel, Tanten oder Eltern finden es cool, dass ich ein so "kreatives" Hobby habe - aber das sind ohnehin alles durchgeknallte Pädagogen, da ist es kein Wunder. Seit man Bücher von mir richtig regulär im Handel kaufen kann, finden sie es nochmal eine Stufe cooler und sind fast sogar etwas stolz darauf, was ich mache.
Wenn ich meiner Frau erzähle, dass auf Messen Leute Autogramme von mir haben wollten, schüttelt sie nur wohlwollend den Kopf und man kann genau sehen, dass sie gerade denkt: "Lass ihm doch seinen Spaß und sag einfach nix - lächle nur immer weiter!"

Ich habe mit 17 ungefähr

Ich habe mit 17 ungefähr angefangen und seitdem spiele ich, sofern ich Gleichgesinnte zur Verfügung hatte durchgehend. Mittlerweile bin ich 29 und ich buttere eigentlich immer mehr Zeit ins das Hobby. Spätestens seitdem Joni ich und bloggen, ist der Aufwand deutlich gestiegen und hat auch sein Maximum erreicht, denn mehr geht einfach nicht :) Mein Umfeld besteht zum Teil aus Rollenspielern und dem Rest reibe ich das immer mal wieder fröhlich unter die Nase um vielleicht mal den einen oder anderen zu einem Versuch überreden zu können. Bislang sind die Erfolge aber sehr überschaubar. Aber Kopfschütteln und ähnliches gab es eigentlich nicht. Manche reagieren gar nicht auf das Stichwort "Rollenspiel" ,aber die meisten fragen interessiert nach. Meine Freundinnen haben da nie Interesse dran gehabt, aber ich arbeite dran. Vielleicht kann ich sie ja noch überzeugen.

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