Für AD&D 2nd bin ich zurück in die Forgotten Realms eingetaucht, für Rolemaster und meine kommende Basic D&D Kampagne arbeite ich seit kurzem an einer eigenen Welt. Mein Ausgangspunkt ist eine freie Stadt am Rande eines Kaiserreichs, von wo aus ich "von innen nach außen" den Rest des Hintergrunds step by step erschaffen werde. Der Grund ist einfach: zu wenig Zeit, um erst eine komplette Welt zu erschaffen und die Hoffnung, auf diesem Wege der Fantasie der Spieler ein wenig dieser Arbeit aufzubürden.
So interessant diese auf vielen Internetseiten ja auch propagierte Herangehensweise ist, so bleibt doch ein Problem: auch so eine Welt benötigt Götter und dies von Anfang an. Denn anders als zu Zeiten der originären D&D Box erwarten Spieler eines Priester/Kleriker schon ein wenig Information zu ihrem Glauben - seien es Riten, Kleidungs- und Verhaltensregeln oder befreundete und verfeindete Kulte. Und auch das Design von Stadt und Umland erfordert einfach das Festlegen der Hauptgottheiten für diesen Landstrich. Das alles dann vor dem Hintergrund, dass am Ende dieses Design Prozesses ein "realistischer" Pantheon steht, bei dem die Spieler trotzdem die Möglichkeit besaßen, ihn um eigene Kreationen zu erweitern.
Über dieses Problem habe ich lange geknobelt und einige Seiten geschrieben, gestrichen, neu geschrieben und zerrissen. Letztlich bin ich auf folgendes Konzept gekommen, dass vielleicht auch anderen helfen kann, die an einem ähnlichen Punkt stehen oder in Zukunft einmal stehen werden.
Die Welt kennt nicht nur einen Pantheon, sondern mehrere, unterschiedlich große und teils verfeindete...
Auf diese Weise gewinne ich die Möglichkeit auch Götter mit ähnlichem oder sich überlappendem Portfolio in die Kampagne einzubauen. Gleichzeit bietet es die Möglichkeit für religiöser Konflikte, Länder übergreifende kirchliche Bündnisse und kulturelle Bruchstellen.
Das Hauptaugenmerk liegt fürs erste auf dem Pantheon des Kaiserreichs
Bevor ich mich in mehreren Götterhimmeln verrenne, folge ich dem Gedanken des "von innen nach außen" Prozesses und kümmere mich um den Pantheon, der den weitaus größten Einfluss auf meine Kampagne hat. Dabei gilt es allerdings von Anfang an, die so genannten halbmenschlichen Rassen ausreichend zu bedenken.
Die Grundstruktur des Pantheon muss feststehen
Bei aller Spieler- und Designfreiheit muss das Grundgerüst einfach vorhanden sein. Also habe ich sieben Hauptgötter kreiert - deren Zahl weiteren Einfluss auf die Namensgebung von Tagen und Monaten besitzt und als Glückszahl im Kaiserreich gilt. Einer dieser sieben ist der Hauptgott - so wie Jupiter im römischen Pantheon und ich habe erste verwandtschaftliche Beziehungen der Götter untereinander entwickelt. Dieses Pantheon aus "guten" und "neutralen" Göttern wird gemeinschaftlich verehrt, aber Kulte einzelner oder Gruppen von Göttern sind ebenfalls weit verbreitet.
Die "bösen" Götter sind Bestandteil der Glaubenslehre, werden aber als reine Gegenspieler der Götter und nicht als echter Bestandteil des Pantheon gesehen und erfahren somit keine offizielle Huldigung. Viele Menschen opfern ihnen aber aus Furcht, zur Besänftigung oder in der Hoffnung auf Macht und unlautere Vorteile im Wettbewerb. Anders als der offizielle Pantheon kennen diese Gottheiten keinen Hauptgott, sondern bekriegen sich vielmehr genau so sehr untereinander wie sie Konflikte gegen die "guten" und "neutralen" Götter schüren.
Nach Ausarbeitung dieses Grundgedanken erscheint mir viel erreicht - auch wenn diese Zeilen erschreckend wenig Output für zahllose Stunden Überlegung sind. Aber sie bieten ein Gerüst, an dem die Kampagne wachsen kann.
Allerdings bleibt ein letztes Problem zurück: die Namen der Götter. Wie erkennt man einen guten Namen und weiß, dass er es wert ist, wie die Götter selbst ewig zu existieren? Denn einmal ausgewählt und in der Kampagne erwähnt gibt es kein zurück mehr. Und nichts kann einen Gott in den Augen eines Spielers lächerlicher erscheinen lassen, als ein falsch gewählter oder einfach missverständlicher Name...
Kommentare
Namen
Brauchen die Götter denn Namen die immer bestehen?
Oder werden sie von unterschiedlichen Gruppen anders benannt (was natürlich zu Kriegen führen kann).
Ansonsten: Schau mal nach Namensgeneratoren, oder nimm die eine riesige Liste von echten echten Götternamen, such gut klingende und bastel daran, bis sie in deine Welt passen.
Das ist zumindest was ich normalerweise mache. Ich fange aber auch selten mit mehr als 3 Göttern an - brauche nur den lokalen Pantheon. Alles außenrum sind eh Ungläubige ;)
Götternamen
Ich mag auch den Weg, den zum Beispiel Kalamar geht, wo jede Kultur die Götter unter anderen Namen kennt. Sehr stylish und man kann viel damit machen beim Kampagnendesign. Änlich wie diese Welt hab ich auch jedem Gott mehrere Titel gegeben, unter dem die meisten Menschen von ihnen reden.
Mein Problem ist mehr dieser Gedanke, dass z.B. die Namen der Forgotten Realms Götter seit Jahren in meinem Kopf eingebrannt sind, selbst als ich Jahre lang in kein FR Buch mehr geblickt habe. Das zu erreichen wäre klasse - obwohl das vermutlich weniger an den Namen, als an den zahllosen Gelegenheiten liegen dürfte, bei denen ich sie genutzt habe.
Aber der Tipp mit den Namengeneratoren ist natürlich klasse... ganz ehrlich: ich hab da keine Sekunden dran gedacht. Oh Mann...